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SIDweekly#169 – Zukunft planen oder verzweifeln?

Wärmeplanung als Zukunftsaufgabe

Liebe S!Dizens,


müssen wir nach 2 Jahren immer noch über den Sinn der kommunalen Wärmeplanung diskutieren? Viele Kommunen haben sich schon auf den Weg gemacht, einige sind schon fertig und in 8 Monaten steht die erste Frist für Großstädte an. 


Doch für die Mehrheit der über 10.000 Kommunen ist das kein Selbstläufer. Sie haben genügend andere Aufgaben für die Mitarbeitenden in den Verwaltungen und nicht auf eine weitere Vorschrift gewartet. Deshalb hoffen immer noch einige Bürgermeister auf eine Verschiebung der Fristen oder Aufweichung der Pflichten. Die Belastung der Kommunen ist schließlich groß genug.


Aber es gibt auch eine ganze Menge Kommunen, die die Wärmeplanung als eine Chance für die Stadtentwicklung sehen und ihre Aufgabe ernst nehmen. In vielen Fällen lassen sich die Bürgermeister:innen noch vom Sinn und Nutzen überzeugen. Diese aktiven Kommunen schaffen regionale Kooperationen für neue Lösungen der Wärmeversorgung, beziehen die lokalen Handwerker in ihre Informationsveranstaltungen ein, geben ihren Bürger:innen Sicherheit mit Aussagen, wo Wärmenetze entstehen und wo nicht. In einigen der Kommunen engagieren sich die Bürger:innen in Energiegenossenschaften für ihre klimaneutrale Wärmeversorgung. 


Dank der Pflicht können Kommunen und Planer mittlerweile auf eine große Palette an Angeboten der Energieagenturen, Forschungseinrichtungen und Wirtschaft zur strategischen Planung ihrer künftigen klimaneutralen Wärmeversorgung zurückgreifen. Dieses Angebot würde es in dem Umfang ohne die Pflicht nicht geben. 


Es besteht keine Verpflichtung zur Umsetzung der Wärmeplanung, sie kann auch in der Schublade verschwinden. Dann lohnt sich der Aufwand aber nicht.


Die kommunale Politik muss klären, was sie möchte und welche Erwartungen sie bei ihren Bürger:innen wecken möchte. Reicht ihnen die Pflichterfüllung oder ist ihnen aktive Gestaltung der Zukunft für ihre Bürger:innen wichtig? Wollen sie die Chance für die Stadtentwicklung nutzen, die kommunale Gemeinschaft stärken, das lokale Handwerk unterstützen?


Die kommunale Zukunft gestalten, das wollen wir beim SID26 wieder ermöglichen. Noch bis Freitag, 31.10., könnt ihr eigene Beiträge einreichen und aus eurer Kommune berichten und könnt ihr mit einem SIDpush oder einer SIDclass das Event unterstützen. Wer sich nur austauschen möchte, kann Tickets kaufen. 

Was sonst noch wichtig ist:

 

Zukunft der Woche

Die Mehrheit der Menschen in Deutschland lebt nicht in Großstädten, 60 Prozent aller Deutschen leben in Orten mit weniger als 50.000 Einwohnern. In diesen Orten sorgen die Verwaltungen, dafür, dass der Alltag läuft und funktioniert. Sie sind auch besonders von extremen Wetterereignissen betroffen, haben also auch großes Interesse daran, die Klimakrise einzudämmen.

https://www.spiegel.de/politik/finanzkrise-der-kommunen-doerfer-und-staedtchen-an-der-front-der-demokratie-a-85bd1bb9-5bf7-4bb5-907e-be17a56a77b9?giftToken=358cba27-b8f4-4bc8-908b-453450b42bbe


Staatshilfe der Woche

Für einen Ausstieg aus der Gasversorgung müssen die Gasnetze stillgelegt werden. Das wird teuer für Netzbetreiber und verbleibende Gaskunden. Deshalb hat sich der VKU für staatliche Hilfen ausgesprochen. 

https://www.n-tv.de/politik/Stadtwerke-fordern-staatliche-Hilfe-bei-Gasnetz-Abbau-article24907362.html 


Gespräch der Woche

Kommunikation als neue Infrastruktur, weil es Vertrauen braucht statt Technik Blabla. Im SIDpodcast war Anja Flötenmeyer-Woltmann zu Gast und hat darüber gesprochen, wie man Menschen wirklich ins Handeln bringt. Sie hat über die Wärmewende gesprochen, politische Verunsicherung und wie ein kommunaler Aufbruch gelingt. 

https://digitale-stadtwerke.de/episode/spiegel-spargel-speicher-warum-vertrauen-die-waermewende-rettet 


Emissionshandel der Woche

2027 startet der europäische Emissionshandel ETS-II, um die Emissionen in den Sektoren Verkehr und Gebäude zu reduzieren. Wird der Start doch verschoben oder passiert was anderes, um den Preissprung nicht groß werden zu lassen? Der Ball liegt jetzt bei der EU-Komission.

https://recht-energisch.de/2025/10/24/wie-weiter-mit-dem-ets-ii-2/ 


Video der Woche

Eine Petition für faire Regeln bei kleinen Heimspeichern und Smart Meter wurde in der Anhörung und in Medien gezielt auf die Smart Meter reduziert, um nicht weiter auf die Speicher eingehen zu müssen. Der Akkudoktor erklärt wieder sehr anschaulich, was in der Petition steht und was die falschen Botschaften sind.

https://www.youtube.com/watch?v=Fz5tB4eQpZc 

Andreas übersetzt komplexe Energiethemen in verständliche, glaubwürdige Texte, die Entscheidungsträger, Fachleute und Bürger:innen erreichen. Für diese Arbeit bringt er nicht nur Fachwissen und jahrelange Erfahrung ein, auch seine Nase für Kontext, Zielgruppen und Zwischentöne. 


#energiecontent

hi@sid.earth

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