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SIDweekly#173 – Wärme! Wer macht´s?

Wärme? Selber machen oder anderen überlassen?

Liebe S!Dizens,


wer kümmert sich bei euch um die kommunale Wärmeversorgung? Wärme gehört nicht zu den traditionellen Aufgaben der Stadtwerke und auch nicht zur Daseinsvorsorge. Doch durch die kommunale Wärmeplanung stellt sich in den Kommunen die Frage, wer sich um die Umsetzung in die Praxis kümmert. Gibt es vor Ort vielleicht andere Akteure, die sich um Gebäudesanierung oder ein Quartiersnetz kümmern würden?


Wieso eigentlich umsetzen? Kommunen müssen doch nur die Wärmeplanung erstellen und veröffentlichen. Von umsetzen hat niemand was gesagt und das ist auch nicht vorgeschrieben. Das stimmt, aber es geht mit der Wärmeplanung nicht nur um die Erfüllung lästiger gesetzlicher Vorgaben.


Es geht um Planungssicherheit für Energieversorger, Hauseigentümer und Unternehmen, wirtschaftliche Vorteile durch langfristig stabile und bezahlbare Wärmekosten und um Stärkung der lokalen Wertschöpfung sowie Erhöhung der Versorgungssicherheit. Das sollten doch genügend Argumente sein, die eigentlich ausreichen, damit sich Kommunen mit der Umsetzung der Wärmewende beschäftigen.


Aber wer soll es machen? Die dezentrale Wärmeversorgung war doch nie ein Thema der Stadtwerke. Das ist richtig, aber mit Wärmepumpen gibt es gute Argumente, das zu tun: Sie verbinden das Strom- und Wärmesystem. Neue Player auf dem Markt bieten zur Wärmepumpe gleich die Stromversorgung an und wer diese Angebote annimmt, ist für das Stadtwerk als Kunde verloren.


Im Stadtwerke-Segment gibt es zwei spannende Beispiele, die zufällig auch beim #SID26 vorgestellt werden. Die Stadtwerke München bieten Wärmelösungen für Nah- und Fernwärme sowie für die dezentrale Wärmepumpe an. Auch in Düsseldorf können Eigenheimbesitzer ihre Heizung direkt von den Stadtwerken bekommen. Das geht auch in kleineren Stadtwerken, wie Bad Nauheim oder Soest.


Auch bei Wärmenetzen müssen Stadtwerke häufig ihre Kompetenzen erst aufbauen. Da stellt sich die strategische Frage, selber machen oder anderen Akteuren überlassen? Die Entscheidung hängt sehr von den individuellen Voraussetzungen vor Ort ab.


Um genau diesen Weg der Umsetzung geht es beim SID26 im SIDpush “Von Plan zum Machen - Erfolgreiche Kommunikationsstrategien für die Wärmewende”. Heike Böhler & Anne Stellberg von der ifok GmbH zeigen mit konkreten Beispielen aus der Praxis, wie der Übergang von der kommunalen Wärmeplanung zur Umsetzung im Stadtwerk gelingt.

Die Agenda für den #SID26 ist da!
Interesse? Hier entlang!

Hast du schon dein Ticket für den SID26 gesichert? Dann greife zu, bevor es knapp wird: https://tickets.sid.earth/sid/26/

Was habe ich sonst noch an Empfehlungen mitgebracht?

 

Finanzielle Teilhabe der Woche

In einer neuen Studie hat die Stiftung Umweltenergierecht sich mit den finanziellen Beteiligungen von Gemeinden beim Ausbau erneuerbarer Energien beschäftigt. Sie zeigen, uneinheitliche Vorgaben können die Akzeptanzförderung erschweren, Standortnachteile schaffen – und bringen zum Teil rechtliche Risiken mit sich.

https://stiftung-umweltenergierecht.de/die-finanzielle-teilhabe-von-gemeinden-und-einwohnern-an-der-wertschoepfung-erneuerbarer-energien/ 


Video der Woche

Erinnerst du dich noch an die unsägliche Kampagne der Bild-Zeitung zum Heizhammer? Da hätten die anderen Medien mal genauer hinsehen sollen, denn diese Kampagne ist komplett gescheitert, wie Andreas “Akkudoktor” Schmitz in seinem neuen Video aufzeigt. Es wurden weniger Gasheizungen und mehr Wärmepumpen verkauft, als berichtet wird.

https://www.youtube.com/watch?v=vOuEacJ6_tg 


Fossiler Ausstieg der Woche

Die UN-Klimakonferenz war zum aktuellen Zeitpunkt noch kurz vor der harten Verhandlungsphase. 80 Länder plädierten für einen konkreten Prozess zum Ausstieg aus den fossilen Energien, auch Industrienationen gehören zu diesem Bündnis.

https://www.deutschlandfunk.de/cop30-breites-buendnis-fordert-fahrplan-fuer-ausstieg-aus-fossilen-energien-100.html 


Kipppunkte der Woche

Wenn es nicht gelingt, die Erderwärmung zu begrenzen, könnten einige Bereiche dauerhaft geschädigt werden, wie der Global Tipping Points Report berichtet. Korellen sind nicht mehr zu retten und das Süßwasser der schmelzenden Gletscher schwächt den Golfstrom - mit fatalen Folgen für Europa.

https://www.tagesschau.de/wissen/klima/cop-kipppunkte-erderwaermung-co2-100.html 


Newsletter der Woche

Jede Woche neue Diskussionen und Informationen zur Wärmeplanung und Wärmewende bekommst du auch im Infobrief Wärmeplanung, den ich auf LinkedIn und per Mail verschicke. Freue mich immer über neue Abonnenten und neue Diskussionen. Aktuell bin ich auf der Suche nach Werbepartnern und Sponsoren. 


Bin gespannt auf die Diskussionen beim #SID26, wer die Wärmewende macht.


Euer Andreas

Andreas übersetzt komplexe Energiethemen in verständliche, glaubwürdige Texte, die Entscheidungsträger, Fachleute und Bürger:innen erreichen. Für diese Arbeit bringt er nicht nur Fachwissen und jahrelange Erfahrung ein, auch seine Nase für Kontext, Zielgruppen und Zwischentöne. 


#energiecontent

hi@sid.earth

Sehen wir uns im Januar auf dem SID26 in Lübeck?

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