Liebe S!Dizens,
wer kümmert sich bei euch um die kommunale Wärmeversorgung? Wärme gehört nicht zu den traditionellen Aufgaben der Stadtwerke und auch nicht zur Daseinsvorsorge. Doch durch die kommunale Wärmeplanung stellt sich in den Kommunen die Frage, wer sich um die Umsetzung in die Praxis kümmert. Gibt es vor Ort vielleicht andere Akteure, die sich um Gebäudesanierung oder ein Quartiersnetz kümmern würden?
Wieso eigentlich umsetzen? Kommunen müssen doch nur die Wärmeplanung erstellen und veröffentlichen. Von umsetzen hat niemand was gesagt und das ist auch nicht vorgeschrieben. Das stimmt, aber es geht mit der Wärmeplanung nicht nur um die Erfüllung lästiger gesetzlicher Vorgaben.
Es geht um Planungssicherheit für Energieversorger, Hauseigentümer und Unternehmen, wirtschaftliche Vorteile durch langfristig stabile und bezahlbare Wärmekosten und um Stärkung der lokalen Wertschöpfung sowie Erhöhung der Versorgungssicherheit. Das sollten doch genügend Argumente sein, die eigentlich ausreichen, damit sich Kommunen mit der Umsetzung der Wärmewende beschäftigen.
Aber wer soll es machen? Die dezentrale Wärmeversorgung war doch nie ein Thema der Stadtwerke. Das ist richtig, aber mit Wärmepumpen gibt es gute Argumente, das zu tun: Sie verbinden das Strom- und Wärmesystem. Neue Player auf dem Markt bieten zur Wärmepumpe gleich die Stromversorgung an und wer diese Angebote annimmt, ist für das Stadtwerk als Kunde verloren.
Im Stadtwerke-Segment gibt es zwei spannende Beispiele, die zufällig auch beim #SID26 vorgestellt werden. Die Stadtwerke München bieten Wärmelösungen für Nah- und Fernwärme sowie für die dezentrale Wärmepumpe an. Auch in Düsseldorf können Eigenheimbesitzer ihre Heizung direkt von den Stadtwerken bekommen. Das geht auch in kleineren Stadtwerken, wie Bad Nauheim oder Soest.
Auch bei Wärmenetzen müssen Stadtwerke häufig ihre Kompetenzen erst aufbauen. Da stellt sich die strategische Frage, selber machen oder anderen Akteuren überlassen? Die Entscheidung hängt sehr von den individuellen Voraussetzungen vor Ort ab.
Um genau diesen Weg der Umsetzung geht es beim SID26 im SIDpush “Von Plan zum Machen - Erfolgreiche Kommunikationsstrategien für die Wärmewende”. Heike Böhler & Anne Stellberg von der ifok GmbH zeigen mit konkreten Beispielen aus der Praxis, wie der Übergang von der kommunalen Wärmeplanung zur Umsetzung im Stadtwerk gelingt.