Liebe SIDizens,
es sind noch 77 Tage bis zum SID26, am 28. und 29. Januar. Es sind 77 Tage, in denen wir grad den Beginn der 5. Jahreseit hinter uns haben, in dem wir religiösen Festen nachgehen und kurz vor dem großen Wechsel sollen wir alle noch einmal besinnlich sein. Besinnlich, komisches Wort. Reicht es nicht zufrieden zu sein, dass wir wieder eines "dieser Jahre" hinter uns gebracht zu haben? Nächstes Jahr, da wird alles besser, anders, anders schön. Wie jedes Jahr.
Aber mal ehrlich, was wäre, wenn alle Menschen zufrieden wären?
Nicht einfach ruhig oder satt, sondern wirklich glücklich – ohne Angst, ohne Zweifel, ohne Wut. Klingt friedlich. Vielleicht sogar paradiesisch. Das habe ich in der Apple-TV-Serie Pluribus gezeigt bekommen, wie trügerisch dieser Zustand sein kann.
Kurz der Plot: Ein außerirdisches Virus infiziert die Menschheit. Die Infizierten schließen sich zu einem kollektiven Bewusstsein zusammen. Sie sind vereint, harmonisch, frei von Konflikten. Nur wenige bleiben „unverbunden“, unter ihnen die Schriftstellerin Carol Sturka. Sie erlebt, wie sich ihre Welt verändert: Frieden kehrt ein, aber Individualität verschwindet. Es bleibt die Frage – ist Glück noch echt, wenn es keinen freien Willen mehr gibt?
Ruhe bringt Frieden?
Ich musste dabei an ein Gespräch mit Felix von der Mega Monheim denken. Er berichtete von zwei Dörfern: eines im tiefsten Bayern, eines in Norwegen. In beiden leben Menschen mit ähnlichen Werten, aber unter sehr unterschiedlichen Bedingungen. In Norwegen ist seit Jahren Energie billig, der Staat investiert in Netze und Bildung, Vertrauen in Institutionen ist hoch. In Niederbayern hingegen kämpfen viele Gemeinden mit steigenden Kosten, Abwanderung und Unsicherheit.
Der Unterschied liegt nicht in den Menschen – sondern in der Infrastruktur, besonders im Zugang zu Energie.
Energie ist nicht nur eine technische Ressource.
Sie ist Grundlage von Selbstbestimmung. Wo Menschen ihre Häuser heizen können, wo Strom sicher fließt und Preise berechenbar sind, entsteht Zufriedenheit. Wo Energie fehlt, wächst Ohnmacht – und mit ihr das Gefühl, abgehängt zu sein.
Vielleicht ist das die eigentliche Verbindung zwischen Pluribus und der Realität: Wenn Glück verordnet oder verhindert wird, entsteht Entfremdung. Der Schlüssel zu echter Zufriedenheit liegt nicht in Kontrolle – sondern in Zugang. Auch zu Energie.
Schaffen wir zusammen den Shift zu Sicherheit, zu langfristig bezahlbarer Energie, Vertrauen und Nachhaltigkeit? Es ist nicht einfach, aber wir lassen uns nicht entmutigen. Wir sind die Mutigen. Wir schaffen Zugang. Auch zu Energie.
In Vorfreude auf die vielen herausragenden Beiträge,
Torben