Liebe S!Dizens,
am vergangenen Wochenende war der Berlin Marathon, eine der weltweit größten Laufveranstaltungen. Mehr als 55.000 Läufer:innen waren am Start und haben sich lange gezielt darauf vorbereitet. Sie wussten schon vorher, dass sie auf den 42,195 km auch schwierige Phasen überstehen müssen. Abkürzungen sind nicht erlaubt, sie müssen jeden Meter laufen. Die Energiewende wird ja auch gerne als Marathon bezeichnet, aber passt der Vergleich wirklich?
Für beides brauchen wir viel Ausdauer und mentale Stärke, es gibt keine schnellen Lösungen. Wir wissen, dass der Umbau des Energiesystems viele Jahre dauert, kontinuierliche Anstrengungen erfordert und wir schwierige Phasen überstehen müssen.
Hilfreich sind beide Male strategische Etappenziele, an denen wir uns orientieren können. Einen Marathon kann man sich in 6 x 7 km Abschnitte einteilen, dann klingt es für den Kopf nicht so weit. In der Energiewende sind es die konkreten Ausbauziele für 2030 oder 2040, an denen wir uns orientieren.
Im Marathon hilft ein gleichmäßiges Tempo, das uns nicht überfordert, damit wir lange durchhalten und sicher bis ins Ziel kommen. In der Energiewende wäre ein gleichmäßiges Tempo auch wünschenswert, die ständigen Tempowechsel kosten mehr Kraft als notwendig.
Aber, wenn wir Tempo rausnehmen oder aufgeben, zeigen sich die Unterschiede in diesem Vergleich. Im Marathon werden wir langsamer, die Zielzeit verändert sich, aber das Leben danach geht genauso weiter wie vorher. Das gilt auch für den Fall, dass wir aufgeben müssen. Bei der Energiewende sieht es anders aus, jede Verzögerung verschärft die Klimakrise und macht spätere Anpassungen kostspieliger und schwieriger. Ein hohes Tempo erzeugt dagegen mehr Widerstand und Überforderung.
Die Energiewende geht weiter. Nur langsamer, vielleicht mit anderen Akteuren oder an anderen Orten. Oder wie wir beim #S!D26 sagen: Shift happens. Da stellen sich einige Fragen: Wie viel Gestaltungsmacht haben wir vor Ort? Wollen oder können wir vor Ort Verantwortung übernehmen? Wie gestalten wir die Klimawende lokal, systemisch, mit Haltung? Das wollen wir mit euch beim S!D26 am 28. und 29. Januar 2026 in Lübeck diskutieren.
Wir suchen noch eure Beiträge, die Klimawende, Digitalisierung und KI praxisnah zusammenbringen – ehrlich, mutig und mit Haltung. Bis 31.10.2025 kannst du deine Skizze unter https://sid.earth/call-4-impact/ einreichen.
Als Partner des S!D26 sicherst du deinem Unternehmen Sichtbarkeit, wirst Teil der Community und kannst den Dialog mit Stadtwerken gestalten. Auch hier kannst du deinen Beitrag bis 31.10.2025 unter https://sid.earth/partnerpakete/ einreichen.
Übrigens: Falls jemand fragen möchte, ich stand am Sonntag als Helfer an der Strecke und bin nicht gelaufen. Es muss ja nicht immer der Marathon sein. Vielleicht möchte aber jemand von euch morgens vor dem SID26 mit mir laufen?