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SIDweekly#164 – Energiewende ist kein Marathon

Energiewende oder Marathon in Berlin?

Liebe S!Dizens,


am vergangenen Wochenende war der Berlin Marathon, eine der weltweit größten Laufveranstaltungen. Mehr als 55.000 Läufer:innen waren am Start und haben sich lange gezielt darauf vorbereitet. Sie wussten schon vorher, dass sie auf den 42,195 km auch schwierige Phasen überstehen müssen. Abkürzungen sind nicht erlaubt, sie müssen jeden Meter laufen. Die Energiewende wird ja auch gerne als Marathon bezeichnet, aber passt der Vergleich wirklich?

Für beides brauchen wir viel Ausdauer und mentale Stärke, es gibt keine schnellen Lösungen. Wir wissen, dass der Umbau des Energiesystems viele Jahre dauert, kontinuierliche Anstrengungen erfordert und wir schwierige Phasen überstehen müssen.

Hilfreich sind beide Male strategische Etappenziele, an denen wir uns orientieren können. Einen Marathon kann man sich in 6 x 7 km Abschnitte einteilen, dann klingt es für den Kopf nicht so weit. In der Energiewende sind es die konkreten Ausbauziele für 2030 oder 2040, an denen wir uns orientieren.

Im Marathon hilft ein gleichmäßiges Tempo, das uns nicht überfordert, damit wir lange durchhalten und sicher bis ins Ziel kommen. In der Energiewende wäre ein gleichmäßiges Tempo auch wünschenswert, die ständigen Tempowechsel kosten mehr Kraft als notwendig.

Aber, wenn wir Tempo rausnehmen oder aufgeben, zeigen sich die Unterschiede in diesem Vergleich. Im Marathon werden wir langsamer, die Zielzeit verändert sich, aber das Leben danach geht genauso weiter wie vorher. Das gilt auch für den Fall, dass wir aufgeben müssen. Bei der Energiewende sieht es anders aus, jede Verzögerung verschärft die Klimakrise und macht spätere Anpassungen kostspieliger und schwieriger. Ein hohes Tempo erzeugt dagegen mehr Widerstand und Überforderung.

Die Energiewende geht weiter. Nur langsamer, vielleicht mit anderen Akteuren oder an anderen Orten. Oder wie wir beim #S!D26 sagen: Shift happens. Da stellen sich einige Fragen: Wie viel Gestaltungsmacht haben wir vor Ort? Wollen oder können wir vor Ort Verantwortung übernehmen? Wie gestalten wir die Klimawende lokal, systemisch, mit Haltung? Das wollen wir mit euch beim S!D26 am 28. und 29. Januar 2026 in Lübeck diskutieren.

Wir suchen noch eure Beiträge, die Klimawende, Digitalisierung und KI praxisnah zusammenbringen – ehrlich, mutig und mit Haltung. Bis 31.10.2025 kannst du deine Skizze unter https://sid.earth/call-4-impact/ einreichen.

Als Partner des S!D26 sicherst du deinem Unternehmen Sichtbarkeit, wirst Teil der Community und kannst den Dialog mit Stadtwerken gestalten. Auch hier kannst du deinen Beitrag bis 31.10.2025 unter https://sid.earth/partnerpakete/ einreichen.

Übrigens: Falls jemand fragen möchte, ich stand am Sonntag als Helfer an der Strecke und bin nicht gelaufen. Es muss ja nicht immer der Marathon sein. Vielleicht möchte aber jemand von euch morgens vor dem SID26 mit mir laufen?

Was sonst noch wichtig ist:

Recherche der Woche

Wo steht die Wärmewende in Baden-Württemberg? Der SWR und correctiv wollen von den Menschen in Baden-Württemberg wissen, wie sie die Wärmewende sehen und betroffen fühlen. Welche Hindernisse erleben sie? Dazu errichten die Journalisten Pop Up Studios in 3 Städten und gehen mit ihnen in den direkten Austausch.

https://correctiv.org/in-eigener-sache/2025/09/17/swr-und-correctiv-starten-beteiligungs-recherche-zur-waermewende/

Energiepuzzle der Woche

Den Stand der Energiewende und die fehlenden Teile, bzw. der Lösungen der Wirtschaftsministerin, kann man sehr anschaulich mit einem Energiepuzzle darstellen. Grüße gehen raus an Captain Futura aka Jörn-Peter Boll.

https://www.captain-futura.de/2025/09/16/energiepuzzle-deutschland/

Kommentar der Woche

Oder man geht etwas sachlicher auf die Abweichung zwischen Monitoring-Bericht und Schlussfolgerungen ein, wie es Tim Meyer bei LinkedIn gemacht hat. Er zeigt auf, wie die Schlussfolgerungen nach dem Bericht eigentlich aussehen müssten. https://www.linkedin.com/feed/update/urn:li:activity:7373977772194418688/

Podcast 1 der Woche

Den Kommentar von Tim Meyer zum Monitoring-Bericht und 10-Punkte-Plan der Bundeswirtschaftsministerin könnt ihr auch sehr ausführlich im Enpower Podcast anhören.

https://www.enpower-podcast.de/podcast/143

Podcast 2 der Woche

Stadtwerke stehen zwischen Regulierung, Personalmangel und Innovationsdruck. Doch wie gelingt echte Transformation in diesem Spannungsfeld? Im SIDpodcast spricht Metti mit Ellen Duwe von HXI über OKR– nicht als Tool, sondern als Haltung: Für mehr Fokus, Eigenverantwortung und strategische Klarheit.

https://digitale-stadtwerke.de/episode/okr-in-stadtwerken-vom-pflichtprogramm-zur-mutigen-transformation

Podcast 3 der Woche

Wie lässt sich die Wärmewende verständlich und wirksam kommunizieren? Denn die ist für viele erst einmal eins: emotional. Besonders wenn es um die eigene Heizung im Keller geht. Im Podcast Energiedosis berichtet Mona Marie Helppi, Leiterin Wärmeversorgung bei den Stadtwerken Waiblingen, wie sie gemeinsam mit der Stadt die kommunale Wärmeplanung kommunikativ begleitet und warum Stadtwerke dabei oft neue Rollen einnehmen müssen.

https://www.dienetzwerkpartner.com/podcast/energiedosis/episode/81-zwischen-gesetz-und-emotion-waermewende-kommunizieren-mit-mona-marie-helppi-stadtwerke-waiblingen

Andreas übersetzt komplexe Energiethemen in verständliche, glaubwürdige Texte, die Entscheidungsträger, Fachleute und Bürger:innen erreichen. Für diese Arbeit bringt er nicht nur Fachwissen und jahrelange Erfahrung ein, auch seine Nase für Kontext, Zielgruppen und Zwischentöne.


#energiecontent

hi@sid.earth

PS: Wir haben nun mal System in unsere Mails gebracht. Ab jetzt schreibt ihr einfach immer an hi@sid.earth – kommt an, versprochen!

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