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SIDweekly#160 – Nach dem Sommer ist vor der nächsten Hitze

Ist der Sommer 2025 jetzt vorbei?

Liebe S!Dizens,


können wir langsam wieder tagsüber raus vor die Tür, ohne einzugehen? Der Sommer 2025 war bis jetzt nicht nur regnerisch, er war auch zeitweise sehr warm. Bei einer Umfrage einer schwäbischen Tageszeitung war für die Hälfte der Befragten der Sommer zu heiß, für 11 % zu kalt und für 29 % genau richtig. Wie hast du den Sommer wahrgenommen? https://www.schwaebische.de/regional/baden-wuerttemberg/war-der-sommer-zu-heiss-die-meinung-darueber-ist-eindeutig-3847636 

 

Die Anzahl der Hitzetage, mit mehr als 30 °C, hat sich seit den 1980er Jahren mehr als verdreifacht. https://www.dena.de/infocenter/klimafreundliche-klimatisierung/) Was bedeutet das für uns, welche Konsequenzen müssen wir daraus ziehen? Wenn es Kommunen und Stadtwerke nicht tun, werden die Menschen handeln, die es sich leisten können. Das merkt man schon jetzt an der steigenden Produktion und dem wachsenden Import von Klimageräten.

https://www.geb-info.de/kuehlung-und-klima/destatis-produktion-von-klimageraeten-im-aufwaertstrend  

 

Geht der Rest in die Kirche, um sich abzukühlen? https://www.bayerische-staatszeitung.de/staatszeitung/kommunales/detailansicht-kommunales/artikel/kuehle-gotteshaeuser-sollten-geoeffnet-sein.html#topPosition 

 

In Bayreuth sammelt ein Bürgerrat Ideen für kurzfristig umsetzbare Maßnahmen. https://www.bayreuth.de/konzept-zur-hitzeanpassung-nimmt-fahrt-auf/ Weitere Städte sind bereits mit kreativen Ideen unterwegs und versprühen feinen Wassernebel (Köln), bieten in der Innenstadt kostenloses Leitungswasser an (Viersen, Aachen, Wiesbaden), stellen mobile Stadtbäume auf (Lutherstadt Wittenberg), stellen eine Liste kühler Räume auf (Esslingen, Kiel) oder einen Stadtplan für heiße Tage (Dortmund). Diese Liste an Maßnahmen hat der Deutsche Städtetag zusammen gestellt und ist noch viel länger. https://www.staedtetag.de/themen/klimaschutz-und-energie/hitzeschutz-hitzevorsorge-staedte

 

Ist Hitzeschutz auch eine Aufgabe für Stadtwerke? Einige unterstützen ihre Stadt beim Ausbau der öffentlichen Trinkbrunnen (Düsseldorf) oder der kurzfristigen Abkühlung mit Wassernebel (Köln). Die Stadtwerke München bauen ein Kältenetz auf, als Alternative zu einzelnen Klimaanlagen und die Stadtwerke Karlsruhe sind aktiv in die städtische Klimaanpassungsstrategie eingebunden.  
 

Bei Hitze müssen sich Stadtwerke um den Schutz der Mitarbeitenden kümmern, die im Freien arbeiten. Auch die Strombeschaffung kann zum Problem werden, z.B. wenn man auf Wasserkraft setzt oder kurzfristig beschaffen muss. 

https://www.energate-messenger.de/news/255013/hitzewellen-erhoehen-strombedarf-und-preisrisiken 

 

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat einen Hitze-Check veröffentlicht, der in 190 Städten untersucht hat, wie viele Menschen in stark belasteten Gebieten leben. Spitzenreiter ist Mannheim, dort leben 88 % der Einwohner:innen in stark betroffenen Gebieten. Auf der anderen Rheinseite liegt mit Ludwigshafen die Stadt mit dem höchsten Anteil der versiegelten Fläche. Wo liegt deine Stadt? https://www.duh.de/fileadmin/user_upload/download/Projektinformation/Klimaschutz/Hitze-Check_Staedte-Deutschland_Uebersicht_2025_2506010.pdf

 

Haben wir den Sommer 2025 jetzt überstanden? Nicht unbedingt, nach dem langfristigen Trend können die Höchsttemperaturen auch im September noch einmal 30 °C erreichen. 
 

Äh, Moment mal, schreibt da jetzt nicht der Typ, der sonst viel über die kommunale Wärmeplanung schreibt und sich mit der Wärmewende beschäftigt. Ja, das ist richtig und keine Sorge, für das Thema habe ich auch noch was Passendes. Die EU-Energieeffizienzrichtlinie aus 2023 fordert die Einführung von lokalen Plänen für die Wärme- und Kälteversorgung. Um die Wärmeversorgung kümmern sich inzwischen viele Städte in Deutschland, die Kälteversorgung wird bislang nicht berücksichtigt. Das wird sich bestimmt noch ändern. Macht ihr euch schon Gedanken um eine kommunale Kälteversorgung?

 

Euer
Andreas

Strombedarf der Woche

Wenn es immer mehr Hitzetage gibt, steigt auch die Nachfrage nach Klimaanlagen und dann auch der Strombedarf. Gut, wer gleichzeitig eine PV-Anlage auf dem Dach hat. Der Bundesverband Solarwirtschaft sagt, wer Solarstrom vom eigenen Dach nutzt, kann die Stromkosten für die Klimaanlage um 65 % senken.

https://www.solarserver.de/2025/08/14/bsw-solar-solare-kuehlung-immer-wichtiger/ 

 

Umfrage der Woche

PSvdL Consulting arbeitet an einer umfassenden Branchenanalyse zum Stand der Wärmewende in Deutschland. Dazu laden sie zu einer Umfrage mit Fragen zum Status Quo im Bereich Wärmewende und Digitalisierung ein. Als Vertiefung wird die Bereitschaft zu einem persönlichen Interview über Herausforderungen und Lösungsansätze abgefragt.

https://www.psvdl-consulting.com/waermewende-versorger-im-wandel-eine-branchenanalyse-von-psvdl-consulting/ 

 

Solarpark der Woche

Es gibt sie noch, die Solarparks einer Bürgerenergiegenossenschaft. Ein Teil der finanziellen Wertschöpfung bleibt durch die Bürgerbeteiligung und die freiwillige Abgabe an die Kommune in der Region. Wenn mehr Kommunen auf die Idee kommen, hätten sie eine Lösung gegen leere Kassen.

https://www.solarserver.de/2025/08/19/egis-eg-ueber-solarpark-darstadt-wertschoepfung-bleibt-in-der-region/ 

 

Stadtwerke der Woche

Anfang Juli durfte ich die Stadtwerke Hennigsdorf (Brandenburg) besuchen und mich mit dem Geschäftsführer Christoph Schneider unterhalten. Ich war nicht nur von der bisherigen Arbeit, mit der Finanzierung des Wärmespeichers über ein Crowdinvesting, beeindruckt, auch was noch alles in der Planung ist, fand ich imposant. Auf meinem Blog habe ich über den Wärmespeicher und seine Finanzierung geschrieben.

https://www.energynet.de/2025/08/07/waermespeicher-hennigsdorf-crowdinvesting/ 

 

Podcast der Woche

In dieser Episode des SIDpodcast hat sich Metti mit Tobias Keussen von der Zählerfreunde GmbH auf eine Reise in die Welt des Smart Metering begeben. Von der Visualisierung dynamischer Tarife bis zur Realität kommunaler IT.

https://digitale-stadtwerke.de/episode/smart-metering-mit-haltung-wie-zaehlerfreunde-stadtwerke-zukunftsfaehig-machen 

 

Andreas übersetzt komplexe Energiethemen in verständliche, glaubwürdige Texte, die Entscheidungsträger, Fachleute und Bürger:innen erreichen. Für diese Arbeit bringt er nicht nur Fachwissen und jahrelange Erfahrung ein, auch seine Nase für Kontext, Zielgruppen und Zwischentöne. 


#energiecontent

hi@sid.earth

PS: Wir haben nun mal System in unsere Mails gebracht. Ab jetzt schreibt ihr einfach immer an hi@sid.earth – kommt an, versprochen!

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