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SIDweekly#151 – Mit heruntergelassener Hose

Comics im Gästeklo

Liebe S!Dizens,

wer erinnert sich noch an die Zeit vor den Smartphones? Ein Relikt aus dieser Zeit sind Zeitschriftenständer im Gästeklo. So einen gab es auch in meinem Elternhaus. Tim und Struppi, Lucky Luke, Asterix und Hägar der Schreckliche habe ich im Wesentlichen mit heruntergelassener Hose weg-gesuchtet. Neulich kam mir wieder ein Hägar-Comic in den Sinn.

Hägar erklärt Sven Glückspilz:

„Ein Wikinger entschuldigt sich nicht, ein Wikinger erklärt nichts.“
Darauf Sven zu

„Entschuldige bitte, ich habe gerade nicht zugehört.“

Ich muss mich bei euch entschuldigen, denn mir gehen die Themen aus. Tatsächlich habe ich seit einiger Zeit operativ wenig direkt mit Stadtwerken zu tun und mir fehlen die Beobachtungen aus erster Hand, auf denen ich meine weeklys aufbauen kann. Das ist natürlich kein Grund aufzugeben. Ich mache mich ab heute einfach selbst zum Thema, konkret meine Reise zum Prosumer. Denn ich will jetzt unser Zuhause energetisch nach vorne bringen.

Das Ziel ist ein System, das sicher und souverän auf Autopilot steuert. Ich bin wahrlich kein Heimwerker oder gar Tüftler, sondern vielmehr möchte ich mir gar keine Gedanken über meine Haustechnik machen müssen. Gerne möchte ich langfristige Abhängigkeiten von Komponenten oder einzelnen Dienstleistern meiden und stabil sowohl CO2 als auch Kohle sparen. Mal schauen, ob das möglich ist.

Die Ausgangslage ist gar nicht schlecht: Wir heizen elektrisch, das warme Wasser wird mit einer Wärmepumpe erzeugt. Eine 6 kWp Solaranlage ist auf dem Dach. Der Stromzähler ist digital, wenn auch nicht smart. Was fehlt also? Wir haben keine Wallbox, keine Batterie, keinen dynamischen Tarif und vor allem kein HEMS (Energiemanagementsystem). Das alles würde ich gerne zum S!D26 in etwa sechs Monaten nachrüsten.

Dabei will ich der Frage nachgehen, ob eine Nachrüstung meines Bestands technisch überhaupt möglich und sinnvoll ist, welche Hürden es gibt und ob sich die Maßnahmen energetisch und wirtschaftlich rechnen. Um das alles herauszufinden, werde ich alte und neue Energieanbieter, „meinem“ Stadtwerk, Haustechnik-Firmen und Handwerksunternehmen kontaktieren.

Zur Vorsondierung habe ich mich bei der Baufirma, die uns die Haustechnik verkauft hat, erkundigt. Das Gespräch stimmte mich zunächst zuversichtlich. „Kein Problem, alle wesentlichen Komponenten können problemlos miteinander verschaltet werden.” Leider sagen die Kollegen auch „Wir bieten das allerdings nicht selber an, es gibt kein Personal dafür“. Hier wird mir also nicht geholfen.

Klar, ich habe ein paar Namen von Firmen im Kopf, mit denen ich sprechen möchte. Ich bin aber auch neugierig auf Dein Feedback: Mit wem sollte ich sprechen, um mich zu informieren? Von wem Angebote sollte ich einholen? Worauf muss ich achten? Welche Fragen soll ich stellen? Schreibt es mir gerne auf LinkedIn oder direkt an dehning@dhng.de

Übrigens sind leider viele der Comics aus meiner Kindheit im Verlauf der Jahre verschütt gegangen. Und ich lese auch nicht mehr so gern wie früher auf der Toilette. Aber wenn doch, dann möchte ich in Bälde Angebote und Einschätzungen kompetenter Fachfirmen und Fachleute lesen.

Ich werde in einem der kommenden weeklys berichten.

Bis dahin, nur das Beste,

Euer Eike

Zahl der Woche 430

430 ppm ist der aktuelle Messstand des CO2 in der Atmosphäre, keine Trendumkehr ist erkennbar. Die Physik ist unerbittlich. Neulich hatte ich eines dieser seltsamen Gespräche. Klimawandel sei insgesamt Unfug. Beweis: Die Küstenstraße an der Ostsee sei nach wie vor nicht untergegangen. Mein Gegenüber fand grundsätzlich, dass so wenig CO2 in der Luft keine derartige Wirkung haben könnten. Ich habe ihm entgegnet, dass nachweislich die paar Promille im Bier ganz schön besoffen machen. Ob es geholfen hat? Vermutlich nicht…

https://www.linkedin.com/posts/frank-boettcher_erstmals-in-der-jüngeren-klimageschichte-activity-7334547028133224448-wYPy/

Podcast der Woche: Energiezone mit Martin Lass

Kommunale Wärmenetze so zu bauen, dass sie sich auch auf Dauer für alle lohnen, ist gar nicht so leicht. Aber machbar, sagt Martin Lass. Er ist ein Landwirt aus Gettorf bei Kiel und erzählt auf einem Silagehaufen sitzend in der Energiezone davon, wie es ihm gelungen ist, u.a. durch die Einbindung von Biomasse mit regionalen Energiekonzepten erfolgreich zu sein. Das Gespräch ist extrem interessant, nicht nur für Wärmewende-Umsetzende.

https://www.energiezone.org/88-martin


Präsentation der Woche: Mary Meeker

Mary Meeker hat bis vor einigen Jahren mit ihrer jährlichen Präsentation über digitale Trends für Aufmerksamkeit gesorgt. Nach einer längeren Schaffenspause ist sie nun zurück und fokussiert sich auf AI Trends. Auch wenn ihr Stil sich an bzw. jenseits der Grenze der Lesbarkeit bewegt und ihre 340 Slides nicht mal eben auf der Toilette durchgeskippt werden können, es lohnt sich.

https://www.bondcap.com/report/pdf/Trends_Artificial_Intelligence.pdf

Netzbetreiber der Woche: LEW und Bayernwerk

Pragmatischer, effizienter Netzausbau gibt’s in der Nähe von Augsburg. Hier werden Wind, Solar und Batterie mit einer (wenig aggressiven) 160% Überbauung an die gleiche „Steckdose“ gehängt. Leider wollen die Netzbetreiber nun erstmal schauen, anstatt weiterzubauen. Aber der erste Schritt ist gemacht und zur allseitigen Nachahmung empfohlen.

https://www.golem.de/news/netzstabilitaet-einspeisesteckdose-verleiht-erneuerbaren-energien-stabilitaet-2506-197026.html


Aufruf an den Markt der Woche: Ladestrom

LichtBlick hat – nicht ganz uneigennützig – auf die teilweise abstruse Preisgestaltung an Ladezonen hingewiesen. Sie bewerben dabei garantierte 75ct/kWh Ladestrom. Wenn dieser Preis ein Schnapper sein soll, dann sagt das einiges über ein umfängliches Marktversagen auf der Ebene des lokalen Säulenmonopols. Ich frage: Wann kommt endlich das freie Lade-roaming? It’s about time.

https://www.spiegel.de/auto/elektroauto-laden-oeffentliche-ladesaeulen-laut-bericht-oft-teurer-als-benzin-a-6ec3d039-c3b6-416d-90df-5518822eee86


Kommentarspalte der Woche: Blackout in Spanien

Das spanische Energieministerium MITECO hat letzte Woche eine amtliche Analyse der Ursache des Blackouts Ende April in Spanien und Portugal veröffentlicht. Kernaussage ist, dass Fehler im Betrieb konventioneller Kraftwerke ursächlich waren. Starautor und S!D Experte Tim Meyer hat die Erkenntnisse zusammengefasst. Besonders empfehle ich, durch die Kommentare zu scrollen, hier finden sich Quellen, zustimmende sowie abweichende Meinungen in weitgehend angenehmen Ton.

https://www.linkedin.com/posts/tim-meyer-466a7626_eine-verkettung-von-fehlern-im-betrieb-thermischer-activity-7341361886304616449-4H_9/

Euer Eike

Eike kann eigentlich fast alles, aber leider nur ein bisschen. Deswegen freut er sich immens, mit vielen anderen tollen Menschen zusammen coole Dinge auf den Weg zu bringen.


#ohneeuchistdoof

weekly@sid.earth

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Am 3. Juli 2025 ist es soweit, der SummerSID25 sticht in See. Du kannst dir jetzt noch deine bordkarte holen und in Ratingen dabei sein.

Hier geht’s zum Ticketshop: https://sid.earth/#tickets

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